Dem König was dem König ist


Eine alte Tradition ist offenbar der Dreikönigskuchen, geht doch sein Ursprung auf einen römischen Brauch zurück. Zu Ehren des Saatengottes Saturn wurde alljährlich nach ausgebrachter Wintersaat ein Volksfest veranstaltet. Dabei versteckte man in einem Kuchen eine Bohne. Wer sie fand, wurde Bohnenkönig und durfte für einen Tag einen Hofstaat ernennen. Seinen Wünschen war, in beschränktem Rahmen freilich, zu folgen. Aufgrund dieser äusseren Ähnlichkeit wird das römische Volksfest der Saturnalien als direkter Vorläufer des heutigen Brauches rund um den Dreikönigskuchen herangezogen. Die heiligen drei Könige, die dem Stern folgend die Krippe in Bethlehem fanden, wurden im Europa des 12./13. Jahrhunderts zu den drei Königen Caspar, Melchior und Balthasar.
In der Schweiz war der uralte Brauch rund um den Kuchen in den 1930er und 1940er Jahren zwar noch in der Romandie anzutreffen, doch teils am Aussterben. Die Deutschschweizer kannten den Dreikönigskuchen kaum, bis sich der Brot- und Gebäckforscher Dr. h.c. Max Währen landesweit für eine Wiederbelebung beziehungsweise eine Neuschaffung einsetzte.
Der Dreikönigskuchen wurde 1952 in zahlreichen Medienauftritten propagiert. Bereits im ersten Jahr wurden 50000 Kuchen verkauft, innert weniger Jahre verdoppelte sich diese Zahl, womit der Brauch vor dem Zerfall gerettet werden konnte. Heute sollen um die 1,5 Millionen Kuchen abgesetzt werden.
Der Dreikönigskuchen wird im Tessin als «Torta dei rei magi», in der Westschweiz und in Frankreich als «gâteau» oder «galette des rois» oder als «couronne» genannt. Die Zubereitung und die Zutaten weichen jeweils leicht ab.

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~ von swissfoto - 6. Januar 2010.

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