Winterabend in Schwyz

8.2.2010 (iphone)


Winterabend

Da draussen schneit es: Schneegeflimmer
Wies heute mir den Weg zu dir;
Ein tret‘ ich in dein traulich Zimmer,
Und warm ans Herze fliegst du mir –
Ab schüttl‘ ich jetzt die Winterflocken,
Ab schüttl‘ ich hinterdrein die Welt,
Nur leise noch von Schlittenglocken
Ein ferner Klang herübergellt.

„Nun aber komm, nun lass uns plaudern
Vom eignen Herd, von Hof und Haus!“
Da baust du lachend, ohne Zaudern,
Bis unters Dach die Zukunft aus;
Du hängst an meines Zimmers Wände
All meine Lieblingsschilderein,
Ich seh’s und streck‘ danach die Hände,
Als müss‘ es wahr und wirklich sein.

So flieht des Abends schöne Stunde,
Vom fernen Turm tönt’s Mitternacht,
Die Mutter schläft, in stiller Runde
Nur noch die Wanduhr pickt und wacht.
Ade, ade! von warmen Lippen
Ein Kuss noch, – dann in Nacht hinein:
Das Leben lacht, trotz Sturm und Klippen,
Nur Steurer muss die Liebe sein.
Theodor Fontane , 1819-1898

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~ von swissfoto - 12. Februar 2010.

Eine Antwort to “Winterabend in Schwyz”

  1. Nettes Gedicht! Danke!

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