Bergsturz von Goldau


Am 2. September 1806 löste sich eine riesige Felsmasse am Rossberg und begrub die Dörfer Röthen, Buosingen und Goldau unter sich. 457 Menschen fanden den Tod. Die Trümmermassen stürzten durch den Talboden bis gegen die Rigi und schossen dort noch 120 Meter dem gegenüberliegenden Berg empor.

Lauerzersee

Ein Ausläufer erreichte gar den 2,5 Kilometer entfernten Lauerzersee und verursachte dort eine mehrere Meter hohe Flutwelle. Es wurde eine Fläche von sechs Quadratkilometern verschüttet. Das Volumen des Bergsturzes wird auf 36 Millionen Kubikmeter geschätzt.

Felssturzgebiet-Goldau1

Im oberen Teil des Bergsturzgebietes sind die Nagelfluhbänke dünner. Die Mergellagen sind so stark verwittert, dass sie keinen Halt mehr boten, aber talabwärts hielten die Schichten noch zusammen.

Nagelfluh

Da der Rossberg durch die regenreichen Jahre 1804 und 1805 bis in den Gipfelbereich mit Wasser gesättigt war, sprengte der Wasserdruck an einer Stelle das Gesteinspaket auseinander, der Bruch pflanzte sich fort, und der gesamte darüber liegende Hang kam bis in eine Tiefe von 50 bis 80 Metern ins Rutschen.

 

Heute führt ein Weg durch das Absturzgebiet, wo eine geschützte Natur zu beobachten ist.

Rossberg

Auf dem obigen Bild links der Rossberg mit der Abrisskante vom Bergsturz, von der Rigi aus gesehen. Unter links der Zugersee mit Arth, etwas rechts der Bildmitte Goldau, das 1806 vom Bergsturz betroffen wurde und dahinter der Lauerzersee.

Felssturz180628062020

200 Jahre alte Skizze mit aktuelleren Ergänzungen: Grosse Sturzereignisse, sog . Sturzströme, verhalten sich anders als kleine Felsabbrüche.

Bergsturzgebiet

Das Sägel ist ein Kantonales Naturschutzgebiet im Bereiche des ehemaligen Schuttkegels, im Hintergrund der Rossberg mit der Abrisskante.

Literatur:
NZZ 30.08.2006, 08.39 Uhr.
Bote der Urschweiz, 1. September 2012, Seite 11. „Wenn Millionen Tonnen schweben“ von Franz Steinegger.
Bote der Urschweiz, 4. Juli 2020, Seite 7. „Der Bergsturz ist immer noch lebendig“ von Manuela Gilli Sidler.
http://www.goldauerbergsturz.ch


 
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