Wildpferde im Tessin


Zwei von Menschen bedrängte Herden von Wildpferden aus dem schweizerisch-italienischen Grenzgebiet (Alpe Böcc, Monte Bisbino) wurden am Wochenende vom 29./30.5.2010 auf sichere Weidflächen im Valle d’Intelvi (auf der Alpe Grande und der Alpe Gotta auf dem Gebiet der italienischen Gemeinde Lanzo d’Intelvi) gebracht. Grund dafür ist, dass die Herde einerseits durch Hunger bedroht war, aber den Tieren wurde auch von Bauern und Jägern nachgestellt, sodass der Leithengst einer der beiden Herden diesen Hetzjagden zum Opfer fiel. Eine Gruppe von Tierfreunden hat sich dem Schicksal dieser ausgewilderten 16 Pferde mit den vier Fohlen nun angenommen. In Zukunft sollen die Tiere durch die Giacche Verdi, der berittenen Umwelt- und Zivilschutzorganisation Italiens beschützt werden.
NZZ am Sonntag 30.5.2010

Die Wildpferde des Monte Bisbino können weiter auf tatkräftige Unterstützung aus der Bevölkerung zählen. In diesen Tagen wurde eine grenzüberschreitende Vereinigung gegründet, welche sich künftig um das Wohlergehen der fast zwanzig Haflinger kümmert. „Cavalli del Bisbino onlus“ (onlus steht für Organizzazione non lucrativa di utilità sociale und bedeutet soviel wie Nonprofit-Organisation mit sozialer Ausrichtung) wird von der 30-jährigen Tierärztin Mariachiara Lietti aus Como (I) präsidiert. Sie habe sich, wie die Vereinigung mitteilt, auf den ersten Blick in die „Mustangs“ verliebt. Um dem grenzüberschreitenden Charakter der Vereinigung gerecht zu werden, amtet die Tessinerin Luigia Carloni als Vize-Präsidentin. Sie ist mit ihrem Ehemann Tita auch die treibende Kraft bei der „Associazione degli Amici dei camosci del Monte Generoso“. Diese kämpft gegen die Gamsjagd am Generoso-Massiv. Die Wildpferde befinden sich gegenwärtig in ihrem Winterquartier im italienischen Moltrasio nahe des Comersees. Im Frühling, nachdem alle Tiere mit einem Microchip versehen sind, werden sie über den Bisbino-Grat auf die Weiden des Valle d’Intelvi geführt, wo sie die Sommermonate verbringen. Medien in Italien und in der Schweiz verfolgen das Schicksal dieser Pferde. Seit ihr Besitzer vor acht Jahren gestorben ist, leben sie auf den Höhen der Grenzregion. Ein Gericht in Como hatte sich dafür ausgesprochen,
dass die Herde dort weiterhin in Freiheit leben darf.
Tessinerzeitung.ch 12.3.2010

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