Bödmeren – Urwald


Schöner Wald in treuer Hand,
labt das Aug‘ und schirmt das Land.

Gottfried Keller

Urwald
Das Urwaldreservat Bödmeren mit seiner Ausdehnung von 70 Hektar bildet den grössten echten Fichtenurwald in Westeuropa.
Urwald in den Schwyzer Bergen. Walter Kälin, Ernst Scagnet, 1997 Werd Verlag

Urwaldlichtung
In der Schweiz sind seit Jahren der Fichtenurwald Scatlé bei Brigels im Kanton Graubünden mit 9.13 Hektar und der Urwald Derborence im Kanton Wallis mit einer Grösse von 22.3 Hektar bekannt. 1986 gelang es dank der Initiative von alt Kantonsoberförster W. Kälin, mit Hilfe der Bundesfeierspende des Kt. Schwyz und weiteren Geldgebern 70 Hektaren des Waldes als Reservat unter Schutz zu stellen.
Urwald in den Schwyzer Bergen. Walter Kälin, Ernst Scagnet, 1997 Werd Verlag. BUWAL Forstdirektion: Drei Urwälder in der Schweiz 15.6.2005

Baumstrunk, Bödmeren
Definition Urwald
Ein durch menschliche Einflüsse weder mittelbar noch unmittelbar in seinem Aufbau und Lebenslauf veränderter Wald. Örtlich erkennbare, kleinflächige Eingriffe und Einwirkungen durch Hirten, Jäger oder kriegerische Ereignisse, welche die Struktur und den Lebenslauf des Waldes nicht verändert haben, schliessen den Urwaldbegriff ebenso wenig aus, wie durch Blitzschlag, Windwurf, Insekten oder Pilze entstandene Schäden.
H. Leibundgut 1978, ETH-Professor

Bödmeren
Urwaldreservat Bödmeren
Der Bödmerenwald ist ein Waldgebiet in der Gemeinde Muotathal, Kanton Schwyz, Schweiz. Im Kernbereich handelt sich auf einer Fläche von 70 Hektaren um einen primären Urwald (Reservat 1984). 2009 ist dieser Kernbereich auf 550 Hektaren erweitert worden, einerseits um neue Naturwaldreservate (341 ha), in die keinerlei Eingriffe gemacht werden dürfen und andererseits um Sonderwaldreservate (139 ha), in denen nur gezielte und mit dem kantonalen Forstamt abgesprochene Eingriffe zur Erreichung der definierten Naturschutzziele erlaubt resp. notwendig sind.

Urwald2
In der Schweiz gibt es 234 Naturwaldreservate mit einer Fläche von insgesamt 14’000 Hektaren, was einen Anteil von 1.14% der gesamten Waldfläche ausmacht (Stand April 2005). Die vier grössten Naturwaldreservate sind der Nationalpark (4800 ha; Kt. Graubünden), das Reservat Onsernone (965 ha; Kt. Tessin), der Sihlwald (827.5 ha; Kanton Zürich) sowie das Waldreservat Valle die Cresciano (637 ha; Kt. Tessin).
BUWAL 15.6.2005

Urwald Bödmeren
Beim Bundesamt für Umwelt haben 2009 neun Gesuche für Pärke von nationaler Bedeutung die erste administrative Hürde genommen. Es handelt sich dabei um Gesuche für Finanzhilfe für die Errichtung oder die Verleihung des Parklabels für den Betrieb.
BAFU 19.3.2009

Bödmeren
In der Neuen Zürcher Zeitung vom 14.8.2009, Beilage „Reisen und Freizeit“ auf Seite B4 ist im Artikel „Unterwegs im grössten Waldreservat der Schweiz“ über das Val Cama zu lesen. Das Naturwaldreservat umfasst 1’200 Hektaren sowie 378 Hektaren Sonderwaldreservat, was zusammen 1’578 Hektaren ausmacht (~15 km2, grösstes Waldreservat der Schweiz ausserhalb des Nationalparkes gemäss Pro Natura Graubünden). Im Jahre 2006 hatten die Gemeindeversammlungen von Cama, Leggia und Verdabbio dem Waldreservat zugestimmt. Am 19. Oktober 2007 wurde der Schutzvertrag zwischen den Vertragspartnern besiegelt und trat auf den 1. Januar 2008 in Kraft.

Nachwuchs
Totes Holz gehört in einen Urwald. Er ist Nährboden für junge Pflanzen, aber auch Wohnort für vielerlei Lebewesen.

Lichtung mit Totholz
Typisch für die Fichten des Bödmerenwaldes sind die hohen Stämme mit den engen, schräg abfallenden Ästen, die unter der schweren Schneelast im Winter weniger belastet werden.

Fichten1
Am Ende des Muotatales liegt zwischen dem Pragelpass und dem Bisistal ein ausgedehntes Karstgebiet. Dieses ist als „Silberen“ von weither als silbern leuchtende, nackte und zerrissene Felswüste zu erkennen.

Silberen

Im Vordergund Waldlichtung mit Birken, im Hintergrund Silberen.


Durch die zahlreichen Regenfälle in der Region wird der wasserlösliche Kalkstein aufgelöst, was oberirdisch zu den Furchungen („Charregleis“) und unterirdisch zur Bildung unzähliger Höhlen führte (Hölloch). Im Bödmerenwald ist der Karst überwachsen.

Karst

Farn

Wildblume am 1.11.09 auf 1600 müM

Wildblume am 1.11.09 auf 1600 müM

Totholz

Nutzungsplan für die Bödmeren
Durch die Ausdehnung von Naturschutzgebieten kommt es immer mehr zu einem Konflikt zwischen dem Schutz von Natur und Wild einerseits und andererseits haben die Land-, Alp- und Forstwirtschaft, aber auch Sportler und Touristen Ansprüche an die Naturgebiete. Das Umweltdepartement will mit einem Nutzungsplan das Problem entschärfen. Das heisst, es sollen ungestörte Schutzräume für das Wild entstehen, die traditionelle Alp- und Forstwirtschaft soll fortgeführt werden können und durch eine Besucherlenkung sollen bestehende Konflikte vermieden werden.
Bote der Urschweiz, 17.12.2010, Seite 9


2 Antworten to “Bödmeren – Urwald”

  1. War mir bisher unbekannt…Übrigens der untere Baumstumpf erinnert mich an eine Person welche vorsichtig diese Wildblume hält….Grüße Uwe

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