Talaiot (Talayot)


Ab 6000 v. Chr. soll die Insel Mallorca bewohnt gewesen sein. Aus den Jahren 2000 bis 1300 v. Chr. findet man langgestreckte, schiffsförmige Wohn- und Grabstätten. Sie kannten das Kupfer. Um 1700-1650 v. Chr. wurde das Bronzezeitalter „eingeläutet“, was bedeutet, dass das dazu notwendige Zinn über Handel mit dem restlichen Mittelmeerraum beschafft werden konnte. Ab 1300 v. Chr.findet man Spuren dieser Talajotsiedlungen. Diese Bewohner sollen aus dem östlichen Mittelmeerraum stammen und mit der in Höhlen wohnenden einheimischen Urbevölkerung nebeneinander gelebt haben. Sie waren Ackerbauern und Viehzüchter. Ihre Architektur soll denen der Nuraghe-Kultur in Sardinien ähneln. Beziehungen mit dem übrigen Mittelmeerraum liessen auf Mallorca Erkenntnisse über die Herstellung von Keramik und Metallen zu.

Capocorb Vell ist eine der grössten und wichtigsten prähistorischen Siedlungen Mallorcas, wenn nicht gar im ganzen westlichen Mittelmeerraum. Sie liegt im Süden der Insel an der Route von Cala Pi zum Cap Blanc. Sie ist nicht sehr auffällig beschildert, da sie in einer Kurve liegt, fährt man geradewegs darauf zu. Es gibt noch eine zweite, fast ebenso bedeutende prähistorische Fundstelle im Norden der Insel bei Artà, die Talajot de Ses Païsses. Eine weitere, gut erforschte Siedlung Son Fornés liegt auf dem Gemeindegebiet Montuïri im Innern der Insel Mallorca und ist frei zugänglich und gut beschildert.

Capocorb Vell stammt etwa aus dem Jahr 1000 v. Chr. Es besteht aus einer wehrhaften Ringmauer, die allerdings nur noch rudimentär zu sehen ist. Darin findet man drei runde und zwei quadratische Talajots, dazwischen mehrere (28), eng aneinandergebaute Räume mit Vorhöfen (ev. Pferche für Tiere). Dei Mauern bestehen aus mörtellosem zusammengefügten Steinen, die Türen sind mit massiven Felsblöcken überdacht. In den Räumen sieht man noch Reste von Säulen. Die Siedlung ist bis zum Eintreffen der Römer 123 v. Chr. genutzt worden. Es ist immer noch unklar, wozu diese Gebäude gedient haben. Mehrere Forscher seien der Meinung, sie hätten zur Durchführung von religiösen Zeremonien, Treffen von Clans oder als Aufbewahrungsort für Fleisch gedient. Es sei unwahrscheinlich, dass sie als Wohnungs- oder Verteidigungsanlagen gedient hätten.

Diese steinigen Bauten sind rechteckig oder häufiger rund gebaut, bei einigen ist in der Mitte ein grosser Stein, Steinsäule oder eine Art Stütze gebaut, was vermuten lässt, dass die Bauten überdacht waren. Beim Talaiot Sa Clova des Xot sieht man einen grossen, kreisförmigen Bau einen Steinen von mehr als 2 Metern Grösse. Im Inneren des Baus steht eine grosse polylithische Säule.
Sa-Clova-des-Xot

Auch findet sich an einer Stelle ein Eingang, der von einem quer liegenden Stein nach oben abgeschlossen resp. gestützt wird, wie hier beim Talayot Sa Cova de sa Nineta bei Son Serra de Marina:
Talayot-Sa-Cova-de-sa-Ninet
Die Gesteinsbrocken sind doch von erstaunlicher Grösse. Die Grösse des Eingangs variiert, ist aber meist klein und eng.

Oft sind einige dieser Bauten verteilt auf einer Wiese, manchmal auch sogar aneinanderliegend.

Informationen über die wichtigsten und grössten, meist auch beaufsichtigen und mit einer Eintrittsgebühr versehenen Talayots sind in den meisten Reiseführern zu finden, kleinere findet man unter dieser Adresse: hier.


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